Start arrow Zeitung ... arrow Landschaftsschutzgebiet Haderwald aufgelöst
Landschaftsschutzgebiet Haderwald aufgelöst PDF Drucken E-Mail
Quelle: Rainer Ickler/Fuldaer Zeitung   

Das Naturschutzgebiet Haderwald, zwischen Gichenbach, Dalherda und dem Simmelsberg gelegen, verliert teilweise seinen Schutzstatus.

Militärischer Sicherheitsbereich
Das bisherige Naturschutzgebiet Haderwald gehört zum Truppenübungsplatz Wildflecken und ist militärischer Sicherheitsbereich. Das Betreten ist strengstens untersagt. Foto: Ralph Leupolt
Das Areal ist mit 1757 Hektar das zweitgrößte in Hessen. Den Grund nennt Otto Evers, Leiter des Biosphärenreservats Rhön: „Der Bund benötigt einen Großteil des Geländes, das zum Truppenübungsplatz Wildflecken gehört, für militärische Zwecke. Aus diesem Grund erfolgte eine Umwidmung.“

Das hat Folgen für den hessischen Teil des Biosphärenreservats Rhön. Denn dadurch wird der von der Unesco verlangte Kernzonenanteil von mindestens drei Prozent der Gesamtfläche nicht mehr erreicht. Statt der zunächst vorgesehenen 1400 Hektar großen Kernzone im Haderwald bleiben nach Angaben von Otto Evers jetzt nur noch etwa 560 Hektar übrig. Evers geht davon aus, dass diese Fläche auch wirklich als Kernzone ausgewiesen und nicht mehr von der Bundeswehr beansprucht wird. Die Verantwortlichen des Biosphärenreservats haben mit dieser Entwicklung gerechnet und sind auf der Suche nach weiteren Flächen, die als Kernzone ausgewiesen werden können. Derzeit kommt Hessen auf etwa 2,5 Prozent.

Der Naturschutzbund Hessen (Nabu) kritisiert diese Entwicklung und fordert umgehend Ersatzflächen für die Naturwald-Entwicklung in einer Größenordnung von 1200 Hektar. Hessen verliere durch die Aberkennung des Schutzstatus des Haderwaldes einen Großteil der Waldfläche mit natürlicher Entwicklung. Im Jahr 1997 wurde das Gebiet Haderwald vom Land Hessen als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) lehnt die Aberkennung ab. „Grundsätzlich sind Truppenübungsplätze gute Schutzgebiete, weil der Bevölkerung der Zugang nicht erlaubt ist, erklärt Kreisvorsitzender Joachim Schleicher. Er schränkt allerdings ein: „Aber nur dann, wenn es feste Vorgaben und Richtlinien gibt, die den Schutz gewährleisten. Und dies sei im Haderwald nicht der Fall. „Das Gebiet ist schon immer "diskussionsbehaftet" gewesen“, sagt Schleicher. Für ihn ist eine eindeutige Vereinbarung für die verbliebenen 560 Hektar wünschenswert, dass jegliche Nutzung unterbleibt. Nur dann ist es eine echte Kernzone. Er fürchtet, dass die jetzt verbliebenen 560 Hektar aberkannt werden könnten, wenn die Bundeswehr Flächen benötigt.

Quelle/Originalartikel in der Fuldaer Zeitung von Rainer Ickler

In diesem Zusammenhang siehe auch Podiumsdiskussion
"Welche Entwicklungschancen hat das Biospährenreservat?"

 
weiter