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Der Bäuls Ludwig (genannt der Uhu) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Willi Vey   

Ludwig hatte den Spitznamen "Uhu", auf den er wütend reagierte.

So geschah es, dass eine Pilzsucherin ihre Begleiterin verloren hatte und "huhu" rief. Bald darauf stand eine zerlumpte, unrasierte und wütende Männergestalt vor ihr.

"Wer hat hier Uhu gerufen?", schimpfte dieser.

Voller Angst und Entsetzen ergriff die Frau die Flucht und konnte erst im Ort aufgeklärt und beruhigt werden, um wen es sich gehandelt hat.

Bei seiner Einberufung zum Militär 1939 erschien er mit einer Gesichtsmaske aus weißer Creme zum Gelächter der anderen.

Bei der Einkleidung erhielten sie rohes Lederzeug, das geschwärzt werden musste. Ludwig aber dachte nicht daran, er stellte sich einfach blöd, und die Vorgesetzten nahmen ihn nicht für voll.

Die Kameraden schwärzten ihm heimlich eine Patronentasche und einen Stiefel. Das machte dem Ludwig gar nichts aus, so lief er tagelang "gescheckt" umher.

Ein Hoher Offizier machte eines Tages Stubenappell, der Unteroffizier rief: "Achtung". Alles stand stramm. Ludwig dagegen legte den Kopf auf den Tisch und tat so, als schliefe er. Auf die Frage des Offiziers, was mit diesem Mann los sei, wurde ihm gesagt, dass er für nicht ganz ernst zu nehmen sei. Als der Offizier gegangen war, stand Ludwig auf und lachte. Dieses Spiel trieb er so lange weiter, bis er eines Tages entlassen wurde, natürlich als untauglich.

Bei Gemeindewahlen gab er dem Wahlausschuss oft Rätsel auf.

Er zitierte Bibelverse auf dem Wahlzettel, so zum Beispiel:

"Ihr seid nichts und euer Tun ist nichts, da
ist keiner, der etwas Gutes tue, auch nicht
einer und euch zu wählen ist mir ein
Greuel".

Das war des Bäuls Ludwig.

 
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