Die Amsel PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Franz Hanemann   

Gestern Abend in der stillen Ruh'
sah ich im Wald einer Amsel zu,
: und als ich saß und aß, meiner ganz vergaß, :
kam die Amsel, schmeichelt sich um mich und küßte mich.

Soviel Laub an der Linde ist,
und soviel tausendmal hat mich mein Schatz geküßt,
: ja, ja, ich muss gesteh'n, es hat's kein Mensch geseh'n,:
nur die Amsel soll mein Zeuge sein, ich war allein.

In der Dämerung hellem Mondenschein,
da schaut ich tief in ihre Äugelein,
:du hast ja auch so ein goldgelbes Schnäbelein,:
nur die Amsel soll mein Zeuge sein, ich war allein.

O du Amsel, o du allerschönste,
wer hat denn deine Einsamkeit erdacht,
:dort, wo im grasgrünen Wald, da ist mein Aufenthalt,:
wo ich gestern abend spät in meinem Singewesen bin.

Franz Hanemann

(Das Lieblingslied von Johann Jüngert)

 
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