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Kanalanschluss für beide Gichenbachs PDF Drucken E-Mail
Quelle: Volker Nies/Fuldaer Zeitung   

Bei der Gebietsreform 1972 wurde Gichenbach geteilt: Der im Tal höher gelegene Teil kam zu Gersfeld, der untere zur Gemeinde Ebersburg. Bis heute heißen beide Ortsteile Gichenbach.

Jetzt werden die Teile ein wenig vereint: Beide Orte werden in den nächsten Monaten über ein gemeinsames Abwasserssystem an die Kläranlage angeschlossen.
Der Anschluss der beiden Gichenbachs ist aktuell die größte Baumaßnahme des Abwasserverbands Oberes Fuldatal in den nächsten Jahren.

Die Verbandsversammlung beschloss den Haushaltsplan 2008 mit einem Volumen von 7,96 Millionen Euro einstimmig. 1,7 Millionen will der Verband in diesem und im nächsten Jahren allein im Gichenbachtal investieren.
In beiden Gichenbachs leben in 80 Haushalten insgesamt ca. 250 Menschen. Etwa vier Fünftel der Gichenbacher gehören zum Gersfelder Teil. Die Grenze zwischen den Teilen wurde vor 36 Jahren entlang der Konfessionen gezogen: Die meisten Bewohner des nördlichen Teils sind evangelisch und gehören zur Kirchengemeinde Hettenhausen, im südlichen Teil dominieren die Katholiken. Diese besuchen die Kirche in Schmalnau.

Neue Technik ohne Gefälle

Bislang verfügten die Häuser über Hausklärgruben. Über ein Vakuum-Entwässerungssystem sollen sie in den nächsten Monaten an die Kläranlage in Ried angeschlossen werden. „Ende 2009, spätestens Anfang 2010, wollen wir fertig sein“, erklärte der Verbandsvorsteher, Eichenzells Bürgermeister Rudolf Breithecker (SPD).
Bei der Vakuumentwässerung werden spezielle Hausanschlüsse genutzt. Erreichen diese eine bestimmte Füllhöhe mit Abwasser, wird ein Absaugmechanismus ausgelöst. „Diese Technik bringt die wirtschaftlichste Lösung. Damit ist nicht im gesamten Verlauf der Strecke Gefälle notwendig. Das erlaubt uns, nicht so tief zu graben, sondern die Kanäle in 1,20 bis 1,50 Meter Tiefe zu verlegen“, erläutert der Verbandsgeschäftsführer Bernd Günder.
Weil Ende Mai Breitheckers Amtszeit als Bürgermeister ausläuft, endet auch seine Zeit als Verbandsvorsteher. Ehe der letzte von ihm eingebrachte Haushalt des Verbands verabschiedet wurde, erklärte Breithecker, dass das Haushaltsvolumen um 1,5 Millionen Euro höher liege als im Vorjahr. Der Vermögenshaushalt umfasst 4,82 Millionen Euro. 2,9 Millionen Euro stammen aus dem Sofortprogramm des Landes.
Von 1996 bis 2007 sei der Verband ohne größere Kreditaufnahmen aufgekommen. Der Stand der Schulden habe sich in dieser Zeit von 6,7 auf 3,1 Millionen Euro reduziert, die Abwassergebühren seien von 2,86 auf 2,60 Euro gesenkt worden. „Auf die enormen Kraftanstrengungen dürfen wir stolz sein. Der Verband ist für Zukunft gut aufgestellt“, betonte Breithecker.

Quelle/Originalartikel in der Fuldaer Zeitung von Volker Nies

 
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