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| Geschrieben von Willi Vey | |||||||||||||
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Urkundlich wird der Name Gichenbachs in der Almer Mark (Almers) in einer Verkaufsurkunde zwischen Hans von Hune und Abt. Johann zu Fulde im Jahre 1413 zum ersten mal erwähnt. In Ebersberger Urkunden wird das Jahr 1451 genannt, in weiteren Urkunden und Schriften von 1451 - 1540 ist immer die Rede von Wüstungen, südlich und südöstlich von Hettenhausen gelegen. Warum und zu welcher Zeit genau diese Wüstungen entstanden sind, ist unbekannt. Dies bezieht sich nicht nur auf Gichenbach. Viele Ortschaften in der Rhön waren wüst und manche Ortsnamen sind nur noch als Wüstungen in alten Schriften erhalten geblieben. Für ihr Verschwinden dürften wohl mehrere Gründe in Betracht kommen, sei es durch Kriege, Not, schwere Seuchen oder Krankheiten. Wann eine Wiederbesiedlung stattfand, ist ebenfalls unbekannt. Die Namen „Keichenbach“, „Kuckucksbach“, „Gigenbach“, „Geichenbach“ waren Vorläufer des heutigen Gichenbach, welches von dessen Altbewohnern im Dialekt als „Gichebich“ bezeichnet wird. Auch werden in alten Schriften andere Ortsnamen, „in der Gichenbach“ gelegen und als Wüstungen bezeichnet, genannt. So z.B. „Wissels“ unter dem Namen ...
Diese Ortschaft war bereits 1473 im Besitz der Ebersberger. In einem Vertrag von 1560, mit Grenzbeschreibung der Almer Mark zwischen dem Hochstift Fulda und den Herren von Ebersberg, ist bereits die Rede von einer "Wießloser Ellern". Es muss sich dem Grenzverlauf zufolge um die heutige „Wieslings Eller“ handeln. Der Name Almers, auch als Wüstung südöstlich von Hettenhausen genannt, begegnet uns urkundlich zwar erst im 15. Jahrhundert, dürfte als Ort aber schon um 1200 entstanden sein. Nach dem Revers, den Hans von Ebersberg 1451 ausstellte, war der damals bereits zur Wüstung gewordene Ort fuldisches Lehen 1537 hieß die Wüstung Almers, Wieweit der heutige Name Melmenäcker, ein Ortsteil Gichenbachs, hiermit in Beziehung gebracht werden kann, bleibt in Frage gestellt. Unter gleichen Schilderungen wird auch der Ort Rimas (Rommers?) als Wüstung in der Gichenbach genannt. Die Gründung Gichenbachs im allgemeinen führt man auf Rodungen der damals herrschenden Rittergeschlechter, der Ebersberger, von Bibra, Berlepsch, Bechtolsheim und andere zurück. War eine Fläche gerodet und ein Haus darauf errichtet, so versuchte man, diese Fläche zu vergrößern, um sie später sein Eigen zu nennen. In gleicher Weise verfuhr der Nachbar, so entstand eine Streusiedlung, die auch heute noch das Ortsbild Gichenbachs prägt. Die ältesten Gehöfte dürften sein: Gichenbachhof, Kastenhof, Melmenäcker, Grabenhof, Langenrod. Auch hat das Gichenbachtal oft im Bereich von Streitigkeiten und Gebietsansprüchen zwischen den Ebersbergern und den Fürstäbten Fulda und Würzburg gelegen. ![]() Urkundliche Erwähnung Gichernbachs, 1560 Um 1560 führten die Ebersberger gegen den Fürstabt Fulda vor dem Reichskammergericht einen Prozeß, der Jahrzehnte andauerte, über Grenze und Gebietsansprüche in der Gichenbach. Berge von Akten hierüber liegen heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München. Gichenbach wurde 1560 mit Almers zusammen so geteilt, dass 1/3 Fulda, 2/3 den Ebersbergischen Ganerben gehören sollte (q2). Zahlreiche alte Grenzsteine von 1780 an der Ostgrenze Gichenbachs weisen auf eine erneute Grenzfestlegung zwischen fürstlich fuldischem Gebiet (FF) und der Herrschaft Gersfeld, Ebersberg genannt von Weyhers (EWG), hin. 1802 war der Ort dem fuldischen Amt Weyhers zugeordnet. Auch dürfte die Gichenbacher Gegend von einigen Kriegen und Besatzungen heimgesucht worden sein. So in verschiedenen Kriegen unter schwedischer, französischer, österreichischer, russischer und bis heute zur amerikanischen Besatzung. Im Jahr 1938 verlor Gichenbach zehn seiner Gehöfte an den Truppenübungsplatz Wildflecken, ihre Bewohner wurden ausgesiedelt . Seit der Gebietsreform 1972 gehört der untere, in Richtung Schmalnau liegende, Teil Gichenbachs zu Schmalnau - heute Ebersburg, der obere Teil ist ein Stadtteil von Gersfeld. Über den Dialekt und Mundarten kann man in einem Buch von Professor Gottfried Rehm , "Leben in der Rhön" (1996 im Rhön-Verlag Hünfeld erschienen. Neuauflage bei Videel Niebüll) nachlesen, Auszüge findet man online auf seiner Hompage "Mundarten und Mundartgrenzen in der Rhön". Tonbeispiele der Mundart, gefunden bei dem Hörfunkjournalisten Christoph Kaeppeler. |
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